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Mondfest
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Foto: CNA

Mondkuchen

Das Mondfest oder Mittherbstfest wird am 15. Tag des achten Monats nach dem traditionellen chinesischen Kalender gefeiert. Im Jahr 2016 fällt das Mondfest auf Donnerstag, den 15. September. Es ist eines der wichtigsten traditionellen chinesischen Feste.

Das Mondfest wird traditionellerweise im Familienkreis gefeiert - es heißt in einem Sprichwort: "Wenn der Mond rund ist, ist auch der Kreis der Menschen rund". Dies bedeutet, dass zum Mondfest, wenn der Vollmond am schönsten, hellsten und größten ist, alle Familienmitglieder zusammenkommen und das Fest gemeinsam feiern. Viele Familien oder Freunde machen am Mondfest gemeinsam einen Ausflug - oft wird gegrillt, es werden Mondkuchen und Pomelos gegessen und am Abend wird gemeinsam der Vollmond betrachtet.
 
Wie bei vielen traditionellen Festen ranken sich auch um das Mondfest Legenden, wie die Geschichte von Chang-E, die zum Mond fliegt, von Wu Gang, der einen Baum fällt, oder vom Jade-Hasen auf dem Mond.


Foto: CNA

Neue Kreation:
Gesunde "Wassermelonen-Mondkuchen"

Zum Mondfest gehören unbedingt Mondkuchen. Man verschenkt sie an Familienangehörige, Freunde und Bekannte, Angestellte und so weiter. Mondkuchen sind oft rund, es gibt sie aber auch in viereckiger Form. Die meisten Mondkuchen sind süß, es gibt aber auch herzhafte mit Fleischfüllung. Oft sind ganz Eidotter in den Mondkuchen eingebacken. Beliebt für die Füllung sind rote und grüne Bohnenpaste, Datteln, schwarzer Sesam und vieles mehr. Es werden auch immer wieder neue Variationen von Mondkuchen kreiert. Mittlerweile gibt es auch Fruchtgelee-Mondkuchen oder mit Eiscreme gefüllte Mondkuchen. Immer beliebter werden Mondkuchen mit weniger Fett und weniger Zucker und man probiert gerne neue Kreationen. Doch wie entstand der Brauch der Mondkuchen? Es heißt, dass diese Tradition in der späten Yuan-Dynastie (1271-1368) seinen Ursprung hat. Es gibt folgende Geschichte:

Foto: CNA

Alte Form - neue Füllung

Han-Chinesen planten unter der Führung von Chu Yuan-chang einen Aufstand gegen die Mongolen-Herrschaft der Yuan-Dynastie. Doch Chu musste einen Weg finden, um seinen Anhängern und dem Volk den Tag des Aufstandes mitzuteilen, ohne dass die Mongolen-Herrscher davon erfuhren. Chus enger Ratgeber, Liu Po-wen, hatte schließlich eine glänzende Idee, nämlich eine Geheimbotschaft in Kuchen zu verstecken und diese an das Volk zu verteilen. Als die Leute  dann die Kuchen aufschnitten, fanden sie darin eine Nachricht, die lautete: "Erhebt Euch am 15. des Achten Mondes". So war das Volk informiert und sie erhoben sich am Mittherbstfest, um die Yuan-Dynastie zu stürzen.


Eine weitere Tradition zum Mondfest ist das Essen und Verschenken von Pomelos, einer großen, birnenförmigen pampelmusenartigen Frucht. Die chinesische Bezeichnung von Pomelo klingt wie "Segen", deshalb sind Pomelos ein Symbol für Glück.
Da die Pomelos um die Zeit des Mondfestes reif sind und geerntet werden, wurden sie zu einem Teil des Mondfest-Brauches. Kinder setzen sich gerne die Pomelo-Schale als Mütze auf den Kopf oder vewenden die Pomeloschale als kleine Laternen.
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Pomelos - ein beliebtes Geschenk zum Mondfest


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Pomelo-Schnitzereien

Foto: CNA

Pomelos

Eine weitere Legende, die sehr eng mit dem Mondfest verbunden ist, ist die von Chang E, die zum Mond fliegt. In dieser Legende heißt es, dass früher nicht nur eine Sonne um die Erde kreiste, sondern gleich zehn Sonnen. Die vereinte Kraft dieser zehn Sonnen vertrocknete die Erde und die Ernten verdorrten, so dass die Menschen Hunger litten. Um die Menschen vor dem Verhungern zu retten, schoss der berühmteste Bogenschütze des Landes, Hou Yi, neun der 10 Sonnen mit Pfeil und Bogen vom Himmel.
Doch diese zehn Sonnen waren die Söhne des Jadekaisers, der über den Verlust seiner Söhne sehr zornig war. Deshalb verbannte der Jadekaiser Hou Yi und dessen Frau Chang E und deren Kinder von der Erde. Als die Göttin des Westens dies erfuhr, hatte sie Mitleid mit Hou Yi und gab ihm ein Unsterblichkeitselexier. Doch dessen Frau, Chang E, trank heimlich dieses Unsterblichkeitselexier und kaum hatte sie es hinuntergeschluckt, wurde ihr Körper leichter und leichter und sie schwebte schließlich zum Himmel empor. Doch sie fürchtete, dass die Götter im Himmel sie auslachen würden und suchte deshalb auf dem Mond Zuflucht. Dort baute sie sich einen Palast. Seit diesem Tag lebt Chang E als "Frau im Mond" dort in ihrem Mondpalast. Da man annimmt, dass Chang E am 15. Tag des achten Monats zum Mond entschwebte, werden zum Gedenken an dieses Ereignis am Mondfest oder Mittherbstfest dem Mond Opfergaben dargebracht.

Chang E befindet sich jedoch
Foto: CNA
Grillen zum Mondfest ist bereits zu einer neuen Tradition geworden

Legenden zufolge nicht alleine auf dem Mond. Besonders zum Mondfest, wenn
der Mond ganz groß und rund am Himmel steht, kann man einige schwarze Schatten erkennen - und manchmal kann man sogar
sehen, wie er versucht, einen Cassia-Baum zu fällen. Die Geschichte ist folgende: Wu Gang ist ein Holzfäller, der unbedingt Unsterblichkeit erlangen wollte. Diese Anmaßung ärgerte die Unsterblichen und sie verbannten Wu Gang auf den Mond und sagten ihm, er könne erst zur Erde zurückkehren, wenn er den riesigen Baum dort gefällt habe. Obwohl Wu Gang Tag und Nacht arbeitete, hatte er keinen Erfolg, denn der Baum ist ein Zauberbaum und regeneriert sich nach jedem Hieb von alleine wieder. Und deshalb befindet sich Wu Gang bis heute auf dem Mond und dort kann man ihn bei Vollmond immer noch bei dem Versuch beobachten, den riesigen Baum dort zu fällen.

Auf dem Mond lebt auch noch ein Jade-Hase. Dieser befindet sich im Gegensatz zu dem Holzfäller Wu Gang nicht auf dem Mond, weil er zur Strafe dorthin verbannt wurde, sondern als Belohnung für eine gute Tat. Man erzählt sich folgende Legende: Vor langer, langer Zeit verwandelten sich drei Unsterbliche in arme, alte Bettler. Sie baten einen Fuchs, einen Affen und einen Hasen um Essen. Der Fuchs und der Affe hatten beide etwas zu Essen, das sie den alten Bettlern anbieten konnten. Doch der Hase war selbst arm und besaß nichts. Da er großes Mitleid mit den alten Bettlern hatte, sprang er ins Feuer, damit die drei armen alten Männer sein Fleisch essen konnten. Die drei Unsterblichen waren von dieser uneigennützigen Opferbereitschaft des Hasen so bewegt, dass sie ihm ewiges Leben auf dem Mondpalast gewährten. Dort lebt der Hase nun als Jade-Hase immer noch. Man sieht den Jade-Hasen meist beim Zerstampfen von Kräutern in einem Mörser.

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Erdgott-Tempel auf Penghu
Der Erdgott ist die Gottheit, die für einen Ort, einen Dorf oder eine Nachbarschaft zuständig ist.
Er kümmert sich um die Landwirtschaft und die Menschen in seinem Zuständigkeitsbereich.

Es gibt zahllose Tempel und Schreine des Erdgottes in ganz Taiwan.

Da der Erdgott eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft spielt, wird ihm auch zum Mondfest geopfert, um ihm für die diesjährige Ernte zu danken und um weitere gute Ernten zu erbitten.

   
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